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"Herz Bayerns" wird Altötting genannt. Das Herz Altöttings wiederum ist die Gnadenkapelle, die "Heilige Kapelle". Jahr für Jahr Ziel über einer Million Pilger aus der ganzen Welt. Nationalheiligtum" bezeichnen. Herzöge, Könige und Kaiser hat sie gesehen, und Päpste haben vor ihrem Altar mit dem Gnadenbild im silbernen Schreib gebetet. Abermillionen von Menschen, große und kleine, haben ihre Sorgen zur Mutter Gottes getragen, haben Trost und Hilfe gesucht und gefunden. Geschichte hat diese kleine Kapelle erlebt, ist selbst Geschichte geworden, eines der bedeutendsten steinernen Geschichtszeugnisse Bayerns. Ein dreijähriger Knabe ertrinkt, ein weiterer wird von einem Wagen überfahren. Die Eltern beider Kinder rufen die Mutter Gottes an, und die schenkt den beiden Knaben das Leben zurück. Diese beiden Wunder, in den Jahren 1489 und 1490 geschehen, begründeten die Wallfahrtsgeschichte Altöttings. Die Pilger, die seit über 500 Jahren zu "Unserer lieben Frau" zeihen, um in der Gnadenkapelle ihre Anliegen vorzubringen, haben die Stadt weltberühmt gemacht. Ziel der vielen Pilger und Besucher ist die "Schwarze Muttergottes" in dem vermutlich bereits um 700 errichteten Oktogon der Gnadenkapelle. Der kleine Kirchenbau liegt inmitten des weiten, von Barockgebäuden gesäumten Kapellplatzes. In seinem Inneren, gegenüber der prächtig verzierten Altarnische mit dem gotischen Gnadenbild - der "Schwarzen Madonna" -, birgt er in kunstvoll verzierten silbernen Urnen die Herzen der bayerischen Könige und Kurfürsten. Aufgrund der besonderen Verbundenheit von Volk und Landesherren mit der Wallfahrt zu "Unserer Lieben Frau von Altötting" hat das Heiligtum den Beinamen "Herz Bayerns" erhalten. Ein zweites wichtiges Pilgerziel ist die Kapuzinerkirche St. Konrad mit dem Reliquienschrein des 1934 heilig gesprochenen Pförtnerbruders, der in Parzham (Bistum Passau) geboren wurde. Altötting ist heute ein pulsierendes Pilgerzentrum mit internationalen Kontakten - vor allem zu Lourdes, Tschenstochau, Fatima und Loreto - und einem jährlich im August stattfinden Internationalen Jugendforum. Von Mai bis Oktober finden große Wallfahrten, festliche Gottesdienste und jeweils am Samstagabend Lichterprozessionen statt. Die Zeit um Ostern bildet mit der großen Wallfahrt der Passauer Diözesanjugend - über 7 000 junge Leute pilgern rund 90 Kilometer zu Fuß - stets den Auftakt für das Altöttinger Wallfahrtsjahr. Höhepunkte sind der Beginn des Marienmonats (1. Mai), das dreitägige Pfingstfest mit der Ankunft zahlreicher Fußpilgergruppen, die beeindruckende große Fronleichnamsprozession und der Festtag Mariä Himmelfahrt am 15. August mit einer stimmungsvollen Lichterprozession am Vorabend.
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