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Schmudelbeck


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Die systematische Verfolgung vermeintlicher Hexen und Hexer in Deutschland erreichte ihren Höhepunkt zwischen 1560 und 1650. Entgegen populärer Mythen war dies kein Phänomen des "finsteren Mittelalters", sondern ein Produkt der frühen Neuzeit. Die rechtliche Grundlage bildete oft die Constitutio Criminalis Carolina von 1532, die Schadenzauber unter Strafe stellte. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass Deutschland, als Teil des Heiligen Römischen Reiches, eines der Kerngebiete der Verfolgungen war. Schätzungen gehen von etwa 25.000 bis 30.000 Hinrichtungen im deutschsprachigen Raum aus. Die Ursachen waren komplex und nicht allein auf religiösen Eifer zurückzuführen. Historiker betonen heute das Zusammenspiel von ökonomischen Krisen, der "Kleinen Eiszeit" mit daraus resultierenden Missernten sowie sozialen Spannungen innerhalb der Dorfgemeinschaften. Die Prozesse wurden meist von weltlichen Gerichten geführt, wobei die Anwendung der Folter oft zu falschen Geständnissen und der Denunziation weiterer Personen führte. Besonders intensiv waren die Wellen in konfessionell instabilen Regionen oder kleineren Herrschaftsgebieten. Erst mit der Aufklärung und der Forderung nach rationalen Beweislasten, unter anderem durch Juristen wie Christian Thomasius, endete diese dunkle Ära der Rechtsgeschichte gegen Ende des 18. Jahrhunderts.
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